verschlafen
Seit vielen Tagen versuche ich früher ins Bett zu gehen.Das gelingt mir auch, anstatt um 00, um 23 Uhr, ich gehe hoch, lese mein Kapitelchen in der Bibel und so gegen viertel nach, oder halb, da könnt ich dann eigentlich einschlafen.Ich liege, mir tut die Schulter weh, dann der Nacken, ich lege mich auf die andere Seite, auf den Rücken, und irgendwann der größte Fehler: ich fange an nach zu denken.Über allerlei Dnge und gelange in den tiefsten Dschungel meiner Gedankenstränge und irgendwann wird es mir zu blöd und ich gucke auf die Uhr: 0:20, 0:30. Immer das selbe, und jeden Morgen wache ich auf: um 10:15 oder um 10:30.Heute morgen "klingelte" mein Wecker und ich dachte am Vortag sei Sonntag gewesen und ich habe vergessen den Wecker abzustellen.Dies also meine Erklärung, warum ich heute nicht im Gottesdienst war.Wo das auch noch einer der wenigen Orientierungspunkte in den Ferien ist, was den Wochenablauf angeht. Naaja.
Menschen
Heute bin ich los um meinen Personalausweis zu beantragen.
Ganz recht, das tut man, wenn man sechzehn wird, und bei mir ist das bald der Fall.
Dazu allerdings benötigte ich ein Foto.
Was weiterhin zur Vollstreckung dieser Aktion gebraucht wird ist eine leichte Portion Aufraffungsvermögen, besonders wenn man dabei ist ein Buch zu lesen. Ich war immerhin so vernünftig, dass ich am Vormittag noch nicht weitergelesen habe, denn ich bin bald am Ende, und ständige Unterbrechungen verringern automatisch die, durch aussergewöhnliche schriftstelllerische Schaffenskraft ermöglichte, authentische Wirkung.
Ich hatte also keine grosse Lust. Obwohl ich wusste, dass frische Luft dem Körper zuweilen gut tun kann.
Brian benötigte ebenfalls ein Selbstbildnis für ein beliebiges Dokument und Brian, Bea und ich gingen gemeinsam zur Bahnhaltestelle.
An Baunatal-Stadtmitte angekommen stiegen wir aus und liefen circa 200 Meter zum Fotostudio YY.
Dort war eine Dame, die mir anbot mir zu helfen.
Ich äußerte meinen Wunsch und sie bat mich meine Sachen abzulegen. .....
Schliesslich kam sie zu mir und fragte, ob wir uns dutzen könnten, natürlich, war meine Antwort, sie hieß Z und nannte mich Mira.
Kurz darauf folgten einige Anweisungen wie: Genau, setz dich schon mal,
so Mira, die Beine nach rechts bitte, den Kopf ein bisschen nach links drehen...
Wir machen das Foto von beiden Seiten, mal mit mehr Lächeln, mal mit weniger, und dann kannst du dir eins aussuchen...
Den Kopf bitte noch ein bisschen nach rechts knicken, Mira, genau.....
Ich fand es irgendwie lustig und die Freundlichkeit von Z machte mich munter.
Wir suchten ein Foto aus, Brian ging schon mal hinein und wir warteten einen Augenblick, bis ich das Foto bekam, bezahlte und, genau genommen mit derer vier, zum Bürgerbüro schreitete.
Dieses befindet sich im Rathhaus, und als ich an der richtigen Stelle angelangt war, trat ich zu einem Herrn an den Tisch und wieder trug ich mein Anliegen in farbenfrohen, gar malerischen, Worten vor und nach dem dritten Akt bat mich der nette Herr doch Platz zu nehmen.
Er fragte mich ob ich einen Kinderausweis hätte und ich legte ihm diesen vor, kurz darauf folgte das aktuelle Passfoto.
Herr X fragte mich nach meiner Augenfarbe und wir waren uns mit braun- grün einig.
Ich trat danach kurz an die Wand, um meine Körpergroesse feststellen zu können.
Wie Bea schon vermutet hatte, waren Herrn X sämtliche meiner Daten (Geburts/ -Wohnort, Geburtstag, (schade, den haette ich gerne selber genannt, ich finde ihn so schön:), Hobbys, Klassenlehrer/in etc pp) vom Computer aus zugänglich, aber ich tue den Leuten dort voll und ganz vertrauen.
Herr X liess mich zwei Mal auf einem Zettel unterschreiben, und die Daten noch einmal überprüfen.
Schließlich legte er den Zettel mitsamt der Unterschirift und dem aktuellen Passfoto in ein Lesegerät und reichte mir einen kleinen Zettel mit einer geheimnisvollen Zahl, mit welcher ich per i-net harausfinden könne, ob mein Personalausweis abholbereit wäre, das Ganze dauere so etwa drei Wochen.
Ich fand es irgendwie schade, dass es so schenll vorbei war, denn es hat Spaß gemacht, und man wird ja auch nur einmal sechzehn.
Naja, es waren nette Leute dort, und ich werde jetzt mit meinem Buch fortfahren.
Ferien
Noch nie außer in den vierzig Tagen vor Ostern '07 und den Anfangsjarhen meines Lebens, in denen mir die Bedeutung eines gewissen Wortes wohl fremd war, habe ich so wenig fern gesehen wie in der letzten Zeit.Wie kommt's? -Ich habe keine Ahnung.Es ist ein wenig wie zur Weihnachtszeit, wenn wir so da sitzen und lesen.Denn ich habe mich nach meinem Werther sehr rasch an " Die Siedler von Catan" von Rebecca Gablé gemacht, eigentlich wollte ich nur mal reinschauen, doch als ich mich gar auf Seite dreißig befand umhüllte mich ein schlechtes Gewissen, da Bea noch gar nicht fertig war. Denn, was zu erwähnen mir wichtig erscheint ist, dass sie die rechtmäßige Inhaberin, Bsitzerin dieses Buches ist.Doch bevor es mir möglich war aus Rücksicht nach einem anderen Buch zu suchen, was nötig war um Catan nicht doch weiterzulesen, bis Bea fertig war, hatte ich mich soweit hineingelesen, dass ich wahrlich keine andere wahl hatte, als eben doch -weiterzulesen.Ein fesselndes Buch, gebe ich zu.Und nun kübelt es aus Eimern und, diese Ausrede lies ich mir in einer meiner schlaflosen und von Catangedanken bedrängten Nächten enfallen, wenn das Wetter so wechselhaft und heimtückisch ist, hat man doch wirklich keine Zeit sich gedanklich auf eine längere Spazierfahrt vorzubereiten.Und so fiel mein Vorsatz, trotz seiner diesjährig besonderen Stärke(!), wortwörtlich ins Wasser! Allerdings bleibt mir, wie so vielen Menschen meiner faulen und nachdenklichen Art, ein weiterer Ausweg:Wie bereits erwähnt sehe ich erstaunlich wenig fern! Es kommt meiner Fastenzeit, also einem "schon fast kaum garnicht mehr", bedenklich nahe.Nun so ist es, vermutlich immer, mit den Ferien und den Vorsätzen.Eh man sichs versieht ist man dem Ende der zweiten Woche erstaunlich Nahe, was einem klar macht, dass besagte zwei Wochen vorbeigingen wie im Flug, und da die nächste es ihnen sicherlich gleich tun wird, ist man unwiderruflich an der Hälfte der Ferien angelangt. Zu Lernen habe ich mir gar nicht erst vorgenommen, da ich wusste , dass ich es sowieso nicht tun würde, allerdings habe ich alle Andenken an das letzte Schuljahr bereits in unserem Kamin verbrannt.(version zwei) ...alle Andenken an das letzte Schuljahr bereits in einen dicken Ordener geheftet, für jedes Fach, das einer solchen bedarf, eine farbige Mappe ausgewählt und meinen Stundenplan mit Herzensfreude * abgeschrieben.Und selbst wenn das Fahrradfahren bisher ein wenig zu kurz kam, so ist es doch ein tröstlicher Gedanke, dass das Lesen "extensiver Lektüre" ** nach Mr. Darcys Meinung für jede kultuvierte Dame eine Pflicht ist, der ich zuweilen mehr nachgehe, als ich es mir jemals hätte erträumen können. * .......fiktiv** Zitat: "Pride and Predjudice", by Jane Austen
Mitteilungen
Ich wollte rasch mehrere kurze Mitteilungen machen.Die erste ist in drei Worten sehr kurz zusammenfassen, sie lautet im Großen und Ganzen:1. Es regnet.Meine Vermutung schlug also fehl, dass, nach so viel Regen vor den Ferien, sich die Ferientage nun der vollsten Sonne rühmen würden.Nun denn, wir wären hiermit auch schon bei der zweiten:2. Heute war ich beim Zahnarzt (es war gar nicht so schlimm, sie haben versiegelt und den lieben Herrn Zahnstein entfernt, der sowieso demnächst wieder auftauchen wird, und überhaupt: sie hätten alles machen können, mein Werther hätte es wieder gut gemacht, denn ich lese ihn noch ein zweites Mal und im Wartezimmer war dazu herrlich Zeit)dort, also beim Zahnarzt habe ich außerdem erfahren, dass es am Samstag bis zu 30, und in anderen Teilen Deutschlands sogar 36!, Grad Celsius werden sollen!!!3. Mein lieber Castano (Welle auf n !) war heute auch beim Zahnarzt, naja, zumindestens wurden ihm die Zähne ein bisserl geschnitten, das gefiel ihm gar nicht so recht!, aber der Herr Doktor meinte, seine Appetitlosigkeit läge weniger an den Zähnen, sondern mehr, zum Beispiel am TroFu! (Trockenfutter)Für Merrschweinchen ist das nämlich ganz ungesund, wenn sie es jeden Tag bekommen, weil es so viel Eiweiß enthält, und sie sich damit auf Dauer die Leber kaputt fressen!, weil wir das nicht wollen, wird es im Holzweg künftig kein TroFu für dei Grünwalds mehr geben, nur noch Sonntags.4. Daraus ist natürlich ganz einfach zu schlussfolgern: Mira spart Geld.(dies ist eine völlig neutrale Feststellung) 5. Die nächste Mitteilung wäre die, dass mir aufgefallen ist, dass ich in den letzten Tagen von niemandem folgenden Satz gehört habe:"Vor einem Jahr ging die WM gerade zuende!"ich hatte daran gedacht nur bisher noch keine Gelegenheit, es auszusprechen, und finde das ist etwas, dass man nicht unterschlagen sollte! Und hiermit wollte ich auch nochmal auf die Wichtigkeit und Bedeutung der Farbgebung meiner Schriften verweisen!6. Die nunmehr letzte Mittteilung ist die, dass Sie, liebe Leser und liebe Leserinnen, soeben MIRAS EINHUNDERTSTEN BLOGEINTRAG gelesen haben!
Orte von Natur und Schönheit
Jeder Mensch hat ständig neue Erlebnisse. Manchmal sind sie geplant, wie zum Beispiel ein Ausflug, und manchmal sind sie völlig unvorhersehbar. Sie geschehen manchmal aus Dummheit, manchmal dauern sie lang, oder kurz, manchmal sind sie gut, oder schlecht.Ich hatte heute ein Erlebnis.Eigentlich sind ja alles Erlebnisse, wenn ich hier sitzte und schreibe, ist es ja auch eines.Simon und ich waren heute alleine, weil unsere Eltern, unsere Schwester und unser Schwager nach Hamburg zu unserer Oma gefahren sind.Wir sind schön brav zum Gottesdienst gefahren, und danach haben wir was gegessen.Ich habe um 13:20 den Fernseher angemacht und Asterix und Cleopatra geguckt, Simon hat mitgeguckt.Danach sind wir beide auf der Couch eingeschlafen, ein halbes Stündchen.Als ich mich wieder aufgerafft hatte, bin ich hochgegangen, ich hatte noch dies und das zu erledigen, aber ich wollte noch nicht so recht.Simon wurde dann abgeholt und ist mit einigen zu einem Gottesdienst in das Dorf M. gefahren.Ich habe mir gedacht, ich sollte mich etwas bewegen und dazu aufraffen vor meiner Krimskramserledigung etwas Fahrrad zu fahren.Ich zog meine Schuhe an, und hatte vor die Strecke zu nehmen, die ich vor kurzem schoneinmal genommen hatte, 25 Minuten.Ich ging durchs Haus um zu sehen, ob alles zu war, denn ich musste Zeit schinden, um genau um 16:50 losfahren zu können, damit ich sehen konnte, wielange ich brauchte.Ich wartete noch eine halbe Minute in der Küche und ging raus.Noch während ich die Tür schloss kam mir fogender Gedanke:Ohne Schlüssel kommt man nicht wieder rein.Wumm.Ich kam mir schon sehr dumm vor.Ich fuhr den Berg hoch zum Wald, den Weg T. und auf mir lastete ein Gefühl von Groll und Saurigkeit auf mich selbst.Ich weiß nicht mehr wann genau mir das Ausmaß dieses kleinen Fehlers bewusst wurde, aber ich rechnete damit, dass Simon vielleicht gegen acht Uhr kommen würde, und ich war mir sehr wohl darüber im Klaren, dass bis dahin einfach noch drei Stunden vergehen mussten.Mir begegneten viele Leute auf dem Weg, mit Fahrrad, Fuß und Auto.Einmal kam mir ein Paar entgegen und ich habe gedacht:Einer der beiden hat einen Schlüssel!Meine Enttäuschung legte sich irgendwann.Es musste gewesen sein zwischen dem Zeitpunkt, als ich am Wald ankam und dem, als ich, den Waldrand entlang gefahren, überlegte in den Wald einzubiegen, nur zu dem See, der in 100 Metern kommen musste.Ja, es war schon weg, bevor ich einbog.Es war schon weg, die Enttäuschung, die Wut, ich hörte nämlich Vögel zwitschern, jede Menge Vögel. Ich hörte Kuhglocken läuten, ich hörte Bäume rauschen und ich sah.Ich sah den blauen, den strahlend blauen Himmel, die klaren, weißen Wolken, und die Bäume, die vielen Bäume.Ich fuhr nur kurz zum See und kam bald wieder zurück.Ich blieb erneut stehen und dachte mir, anstatt geradeaus runter zu sausen, wie ich es vorhatte und in fünf Minuten zu Hause zu sein, könnte ich doch einfach mal sehen, was sich dort links im Wald verbirgt.Ich fuhr eine scharfe Rechtskurve, den Weg entlang und blieb nach 100 m stehen.Mein ganzes Inneres verspürte unheimlich große Lust, einfach spazieren zu gehen.Ich wollte laufen, mit meinen Füßen, und mir vorstellen, wie es früher dort aussah.Ich stieg ab. Und ich ging.Ich ging sehr langsam, und hörte die Vögel, ich hörte die ganze Natur.Es war wunderbar. Ich ging weiter, schaute ab und zu zurück, zum Fahrrad, und ich lief auf einem Baumstamm entlang, ich machte kehrt und ging zum Fahrrad.Ein spontaner Impuls ließ mich einfach weiterfahren, den Weg entlang, nur sehen, wo die nächste Kurve kommt.
Dann entschloss ich mich, nicht so schnelll wieder umzudrehen, sondern ein wenig in den Wald reinzufahren.
Ich hatte am Anfang auch Leute dort lang gehen sehen, es war ein breiter Schotterweg, nicht irgendwas irgendwo weit weg.
Es kamen einige Linkskurven, zwei, drei vielleicht auch nur eine.
Dann ging ein matschier Weg rechts ab, und ich sah, dass nicht so weit entfernt Licht hinter den Bäumen zu sehen war. Ich stand dort also, und überlegte, ob ich vielleicht mal sehen sollte, was dahinter ist.
Ich wollte sowie so nicht mehr weiter fahren immer nur nach links, den Berg hinauf.
Da kam mir ein Fahrradfahrer entgegen, ich kannte ihn, aus der Schule, und um nicht so dumm rum zu stehen, fuhr ich drei Meter weiter.
Ich drehte und fuhr langsam zu dem kleinen Weg, um nicht die einzige Stelle zu verpassen, an der man ohne die Pfütze überqueren zu müssen dort passieren konnte.
Es ging berab, dicke Reifenspuren waren deutlich, viele Zweige und einige große Äste lagen auf dem Weg, ich habe gedacht, wie es wohl ist, wenn man auf der Flucht ist und durch den Wald über alle Berge davon läuft.
Dann war ich dort, am Ende des Waldes, ich fuhr durch einige Brennnesseln, was zu verhindern mir nicht gelungen war, und stand dort.
ich stand an diesem Ort. Dieser Ort, dieser kleine Fleck kam mir so merkwürdig vor!
Ja! Er war es würdig, bemerkt zu werden!
Im rechten Winkel zu meinem Weg war ein breiterer, ein Schotterweg,
an seiner einen Seite, mir gegenüber, zwei Meter, war ein Weizenfeld.
Es lag ungefähr zu 8 Metern im Schatten der großen Bäume des Waldes, und wurde dann von der goldenen Sonne angestrahlt.
Es ging ein wenig spitz nach hinten zu, rechts und links schräg von Baumreihen abgetrennt, die die Grenze zu neuen Feldern bildeten.
Dahinter lag ein zweiter Weg, dann wieder ein Feld, ein großer einzelner Baum, ein Feld.
Ich wusste nicht wo ich war, ich war noch nie vorher an diesem Ort, ich war noch nie vorher in jenem Teil des Waldes, und ich bin noch nie vorher jenen Weg gefahren.
Ich war bisher immer nur an den selben Stellen gewesen.
Ich hätte rechts herunter fahren müssen, das war klar, aber klar war nicht, wo ich dann heraus kam, ich wollte auf jeden Fall nicht wieder den selben Weg zurück fahren, sondern wenigstens sehen, wo der weitere Weg nach rechts mich hinführe.
Etwas aber bewegte mich dazu, nach rechts zu fahren, eine scharfe Linkskruve zu machen und den Weg hinter dem Feld für einige Meter zu verfolgen.
Ich hatte nun zu beiden Seiten Weizenfelder.
Etwas weiter am Wegrand, rechts, stand ein Baum.
Ich war nun auf der andern Seite des Feldes und blickte hinüber zum Wald.
Ich fuhr weiter, der Baum lag zehn Meter hinter mir.
Dieser Ort sprach so sehr von Natur, von Ruhe.
Und ich dachte bei mir: hier fühlt man sich wohl. Doch mir fiel auf, dass ich mich nicht wohl fühlte.
Ich konnte nicht. Wo ist die Natur? fragte ich mich. Ich fühle mich nicht wohl.
Ich war gebunden, gebunden an meinen Schlüssel.
Gebunden an mein Fahrrad.
Es war ein wundervoller Ort. Aber vielleicht so wundervoll, dass ich mich dort nicht wohl fühlen konnte.
Ich kehre um, zu dem Baum. Wenn ich zu meiner Rechen den Wald und zu meiner Linken den Baum hatte, dann sah ich schräg links, ganz weit dort hinten, die Stadt.
Ich schaute mir die Blätter des Baumes an. Direkt daneben, war ein anderer Baum, ein kleinerer, junger, mit den selben Blättern, und ich dachte: in dreißig Jahren, werden zwei solcher Bäume stattlich nebeneinander stehen.
Da sah ich nach rechts hinüber über mein Feld, zu meinem Wald, und erblickte einen Hund.
Dem Ort war das Magische genommen.
Denn mir war bewusst, dass darauf ein Mensch folgen musste.
Ein Pärchen kam hinter der Baumgruppe hervor, und für diesen Augenblick, zunmindestens für diesen Augenblick, war dem Ort das Magische genommen. Ich schaute mir wieder den Baum an und hörte bald etwas menschliches, es waren die Schritte eines Joggers, der den eben erwähnten Weg langlief. Der Ort war nicht mehr so verlassen, wie er mir erschien, als ich ihn zum ersten Mal, aus dem Wald kommend, erblickte.Es war plötzlich ein allerwelts-Ort, den viele kannten. Aber was war mit mir? Ich war auf dem Fahrrad. Joggen, laufen, Hunde - Fahrrad.Entgegen meiner Planung machte ich erneut kehrt und fuhr den Weg weiter-also nicht in Richtung zu Hause.Wieder am Baum vorbei, dahinter war eine Wiese, ein pattes Feld, auf dem diese großen Heuballen standen.In der goldenen Sonne.Die Grillen zirpten, ein dauerhaftes, wunderbares Geräusch.Ich wollte weiter fahren, denn ich hatte das Gefühl, dass ich dorteinen Rundumblick haben würde, ohne irgenwelche Häuser und Dörfer. Nach einigen Metern, nach der Wiese auf der rechten Seite, kam eine Baumreihe nach rechts, eine Baumreihe nach links, hier war das Grillenkonzert besonders stark.Danach befanden rechts sich nun erneut Bäume und links eine Wiese. Der Weg machte eine Biegung nach rechts, ich blieb stehen.Hinten rechts war das Dorf S. zu sehen. Dahinter bewaldete Berge.Doch wenn ich mich nun so hinstellte, nur auf die Wiese zu blicken,dann sah ich Bäume, Gras, Sträucher, Wald; Himmel, Wolken, Sonne.Sonst nichts.Zäune! Ja, das war mir gar nicht aufgefallen, Zäune durchkreuzten den Flur.Aber sie störten den Anblick nicht im Geringsten, es waren dicke, dunkelbraune Holzpfähler, alle zwei oder drei Meter. 160Wunderschön.Ja, dachte ich, ja, so könnte es vor zweihundert Jahren ausgesehen haben.So hätte ich hier sitzen können, hoch zu Ross.Diese Gedanken atmete ich tief ein.Das Schnauben meines Pferdes untermalt von dem Grillengezirp, das unter den Bäumen wieder särker wurde, dann plötzlich kaum noch, dann wieder mehr.Doch ich ritt nicht, ich fuhr, fuhr den Weg wieder zurück bis ich wieder am Waldrand angelang war.Ich bemerkte, dass mir das Licht anders und der Schatten mehr vor kam, der sich auf dem Feld ausbreitete.Doch ich fuhr dann weiter.Es ging bald rasch bergab auf einem geteerten Weg, von dem ich noch nicht wusste wo er mich hinführen würde, ich bog nach rechts, und erblickte das Paar mit seinem Hund. Ob sie mich auch wiedererkannten, als ich an ihnen vorbeifuhr?Nun war ich wider auf dem Weg, oder eher auf der Straße, die ich ursprünglich hatte nehmen wollen, bevor ich, ihr erinnert euch, nach dem See links in den Wald bog.Ich war nun wieder in der Welt. ein Auto überholte mich.Ich war etwas sauer und dachte, bei dem nächsten Auto sollte ich einfach mitten auf der Straße weiterfahren, doch das tat ich nicht.Nach fünfundsechzig Minuten war ich wieder zu Hause angekommen, ich hörte viele Stimmen, Musik, Autotüren, Motorengeräusche.Das gefiel mir nicht besonders gut, doch ich schnitt den Merschweinchen Gras, ließ C. und T.K. in das verlängerte Gehege und schaute ihnen beim Fressen zu.Ihre ständigen Nagegeräusche, ihre Tapsfüße, ihre Unterhaltungen waren beruhigend und ich fühlte mich wohl.Mir war bewusst, welch wunderbare und einzigartige Zeit mir mein Schlüssel beschert hatte.
heute keiner
Mittlerweise habe ich den Werther zuende gelesen und bin noch, bzw. wieder dabei, mich durch den höchst interessanten Anhang zu arbeiten.Zwischenzeitlich war ich wieder bei einem ganz anderen Thema angelangt, denn letzte Woche hatten wir Projekt Woche und ich war bei dem Projekt die Weiße Rose.Ich glaube, das was man liest beeinflusst einen sehr, nicht nur, dass es auf Dauer wie bekannt den Menschen prägt, es dringt besonders in den Alltag der Zeit ein, in der man sich damit beschäftigt, denn die Gedanken beschäftigen sich damit. Dies ist ein ganz logischer und gewöhnlicher und daher überflüssiger Gedanke.Es ist nun beinahe zwanzig Tage her, dass ich zuletzt schrieb.Ich habe einen Grund dafür.Ich wusste nicht so recht, was ich hätte schreiben sollen. Briefe beginnt man meist mit:Wie geht es dir? Mir geht es gut.oder auch: Mir geht es gut, ich hoffe, dir auch! ....etc.....Mir gings in letzter Zeit gar nicht so gut.Es ist mal dies, mal das. Aber manchmal ist es wirkliche Scheiße, die dazu sogar noch so blöd sein kann, dass man sich aufregen muss, dass es einen aufregt und richtig niederschmettert, dabei ist es doch etwas, womit an gar nichts (mehr) zu tun haben will!!Ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich noch da bin, und meinen Blog nicht so lange unberührt lassen, wo ich doch jetzt sowieso nichts zu tun habe, weil in der Schule nichts läuft.Die letzten Schulwochen waren nämlich eigentlich sehr schön, bis auf "das ein oder andere eben". Naja und nun werde ich die letzten zwei Schultage aus tiefstem Herzen genießen, die zu alledem auch noch mit Dokumenta und den üblichen drei letzten Schulstunden gefüllt sind.Ansonsten bin ich übrigens froh, eigentlich natürlich nicht, weil es mittlerweile einfach zu lange dauert, aber man muss ja positiv denken, dass es jetzt regnet, denn man hat es schon oft gesehen, dass die Schuljahresendwochen sich mit dem reinsten Urlaubswetter rühmen, während der erste Ferienmontag zunächst erstmal richtig schön von Regenströmen durchzogen dasteht, und so tut, als hätte er nichts gemacht.Daher wollen wir nun hoffen, dass sich die Sommerferien dieses Jahr auch als solche erweisen.