Saturday, August 13, 2011

Schließung

Ich habe begonnen, meine ersten Blogeinträge zu sichern, um bald diesen Blog zu löschen. Eben las ich nocheinmal einen alten Eintrag mit dem Titel "Spektakularität eines Handgriffs", den ich vor fast zweieinhalb Jahren schrieb und worin ich meinen Gedanken über das schnelle Vorbeiziehen der Zeit Ausdruck gab. Gedanken an Dinge, die ich schon lange mal erledigen wollte und die beharrlich darauf warteten - sie haben ja keine andere
Wahl als zu warten. Ich schrieb sogar von dem halb fertigen Puzzle, das lange Zeit hier herum lag. Und heute kann ich sagen, dass ich es vor einigen Wochen, oder Monaten, ich weiß es nicht mehr genau, endgültig weggeräumt habe.
Die Puzzle-Geschichte ist anderen Dingen gewichen.
Ähnlich geht es meinem Blog. Auch er wartet eigentlich schon lange darauf geschlossen, beendet, vollendet, gelöscht zu werden.
Ich habe - wahrscheinlich nicht zum ersten Mal - erkannt, als ich diesen Eintrag las, dass es immer das Selbe ist. Die Zeit vergeht unaufhörlich. Und ich habe unaufhörlich Dinge im Kopf, die mich beschäftigen, manchmal quälen, die auf Erledigung warten. Und wenn sie von diesem, oft langen, Warten erlöst werden, folgen ihnen neue Dinge auf den Fuß. Sie schließen sich ihnen direkt an. Bevor auch sie abgeschlossen werden. Und nun ist der Blog an der Reihe. Schließung.

Wednesday, January 05, 2011

ohne Titel

Ich nahm eine Schere und bevor ich sie an die Wand schmetterte, durchschnitt ich das Telefonkabel. Das Handy zerstörte ich mit einem Satz und den Fernseher warf ich vom Balkon. Ich biss in die Fernsehzeitung und schmiss den Rest in den Kamin. Im Regal fand ich den Ordner mit der Aufschrift „wichtige Dokumente“, aus dem ich ein Zeugnis herauszog, welches der Fernsehzeitung auf schnellstem Wege folgte. Ich dachte an den Abischnitt, der viel besser hätte sein können, an nicht erfüllte „To-do-Listen“, an ungenutzte Tage, an all die verschlafenen Morgende. „Du kannst es besser“ hatten sie gesagt, allesamt, trau dich, hab keine Angst; herauslocken wollen sie einen und dann gibt es kein Zurück mehr. Nichts da. Ich WILL nicht. Ich will NICHT. Keine Aussicht auf Erfolg. Kein Ausschauhalten nach Möglichkeiten, nach einer Sprosse! Jedes kleinste Zertifikat und Zeugnis hätte ich zerfetzt, hätte ich sie alle doch jemals erlangt. Aber ich tat es nicht. Doch all das was ich hatte zerriss ich, ich spuckte darauf und warfs ins Feuer. Fahr hin, lammherzige Gelassenheit! Ein Kissen, das mir in die Hände fiel, wurde zum Schläger. Die Couch schrie um Hilfe, Stühle fielen, Scheiben zerbrachen. Klirr, und ratsch. Rums. Da hast dus! Da seht ihrs! Nichts ist aus mir geworden, und ich bin glücklich damit! Federn flogen durch die Luft. Meine Hände wirbelten umher, ergriffen alles, sobald sie es fassten und ließen es sofort wieder los. Schlugen mit dem einen aufs andere. Zerschmetterten, zerstörten, warfen und ließen nichts zurück. Ich atmete tief. Worte kamen aus meinem Mund, die ich nicht kannte. Ich hörte mit einem Mal all den Lärm, den ich verursacht und zuvor ausgeblendet hatte in einer einzigen Sekunde. Dann war es still. Ich stand inmitten einer Wiese. Um mich her nichts als eine große, grüne Freiheit. Langsam ließ ich mich nieder und ertastete das frische, weiche Gras. Die Blumen, die beschädigt worden waren, richtete ich vorsichtig wieder auf, sie waren bunt und dufteten. Da verdunkelte sich der Himmel und es begann ganz leise zu regnen. Ein Tropfen nach dem anderen fiel, es wurden immer mehr, bis sich ein Strom über mir ergoss. Ich tanzte im Regen. Der Regen tanzte fort. Die Sonne trocknete meine Haut. Dann trug ein Adler mich fort und meine Haare wehten im Wind.

Wednesday, July 21, 2010

Aufatmen Teil II

Mein Weg zur Haltestelle ist immer der gleiche. Ich gehe nie anders, weil es anders keinen Sinn macht, es gibt keine Variationen. Ich passiere immer die selben Häuser, kenne die Bäume und Sträucher und weiß, wo nach dem Winter der schnee am längsten liegen bleibt.
Es ist interessant zu beobachten, wer in diesem Jahr den Zaun streicht, den Garten umgräbt, oder die Garage ausrümpelt. Wenn die Knospen hervorkommen und alles beginnt zu blühen, ist es ein leichter Übergang, zwischen den Blüten und dem Grün, kaum zu bemerken.

Es ist ähnlich wie im Garten unter dem Kirschbaum entlangzulaufen und plötzlich in ein tiefes Meer von Summen und Surren eingetaucht zu werde, woran man sich gerade erst gewöhnt hat, wenn das Weiß dem Grün weicht.
Es ist doch alles fremd, der letzte Frühling so lange her, dass man nicht mehr weiß, wie es war und manches, geschieht es auch Jahr ein Jahr aus, schon wieder vergessen hat. Als würde man ein anderes Leben führen in dieser Zeit, geht man leichter durch die Straßen, schauender, lauschender.

So gelange ich denn zur Haltestelle und fahre in die Stadt und überall erschreckt mich beinahe die eine, nun aufkommende und bald vorherrschende Farbe. Ich laufe durch die Einkaufsstraßen und sehe die großen bepflanzten Töpfe, an denen Menschen vorbei laufen, die Blumen streifend.
Ich sehe auf die Uhr und mir fällt ein, dass auch ich dazu gehöre. So gehe ich schneller, flitze rasch über die Bahnschienen, frage mich, ob ich das Gesicht, welches eben in Eile an mir vorbei flog, kannte.
Mir fallen die Vögel ein. Ich bleibe stehen und sage:
"Er ist noch jung und frisch! Wenn wir ihn erschrecken, wird er... vielleicht wird er nicht wieder kommen." Doch es hört mich keiner.

Sunday, March 21, 2010

Aufleben

Der Schnee war noch nicht lange fort und der Winters lag noch in der Luft, als ich an der Terassentür stand und hinaussah. Es war ein frischer Tag und das Sonnenlicht blinzelte vorsichtig durch die mächtigen, schwergrauen Wolken, die den Himmel bedeckten. Trotdem vermochte die Sonne den Tag zu wärmen, der mein Herz aufatmen ließ. Es war eine gewisse Schwere da gewesen in der letzten Zeit und die Dunkelheit hatte mein Fühlen getrübt.
Nun sah ich hinaus. Ich wagte kaum die Natur zu betreten. Regen blinzelte noch an den Grashalmen, die vom Wind bewegt hin und her schwankten. Unter einem Busch nahe neben mir sah ich zwei Vöglein sitzen, die ein fröhliches Lied zwitscherten, sie hüpften hervor, sodass die unteren zweige wackelten, liefen über die Wiese, pickten in die nasse Erde und einer erhaschte einen nassen Wurm, den er wie im Siegesflug davon trug. Dann kehrte er wieder und gesellte sich zu seinem Artgenossen dazu. Sie sangen wieder und pickten und hüpften, da wurde ich erfüllt von höchster Freude und von Mut und trat hinaus in den Garten.
Die Vögel erschraken, vor meiner plötzlich auftretenden, hohen Gestalt.
"Ruhig,", sprach der eine " erschrecke ihn nicht. Er ist noch jung und frisch und wenn du zu laut bist wird er sich zurück ziehen und vielleicht..." Ich sah ihn fragend an, doch wollte nicht sprechen. "Vielleicht," fuhr er fort, "wird er nicht wieder kommen."
"Verzeihung" antwortete ich. Das hatte ich nicht gewollt, das tat mir leid.
Nach einer Weile kamen die Beiden wieder hervor und begannen erneut zu singen. Erst jetzt hörte ich den warmen Gesang der anderen Vögel, der von der Sonne erzählte.
Ich wagte mich vor und nahm am Rand der Wiese Platz. Meine Hand streifte das nasse Gras und meine Nase wurde frei. Mein ganzes Sein war Fühlen und Hören und Riechen, ich war wieder da.
Später verabschiedeten sich die beiden Vögel, weil sie wieder fort mussten. Ich wusste nicht wohin, doch das war nicht schlimm, denn ich kannte sie ja.
Die Frische blieb mir noch lange im Sinn.

Tuesday, September 29, 2009

Streeß II

" Am Abend nach der Nacht"

Der Müll steht wie eine Wand
Und hält mir vor
Ich hätte nichts getan.
Da wär ich lieber krank
von Fuß bis Ohr
Oh Jammer.

Staub steigt in meine Nase,
Vielleicht ist sie deswegen zu.
Ich sag mir: Es ist nur ne Phase,
ich brauch erstmal Ruh.

Ein warmes Bad
im Kerzenschein
Und frisches Obst
fürs Gemüt
Ich träum
ich spielte bei Pilcher mit
und hätte mein eignes Gestüt.

Da! Zack! Da ist sie wieder
Die Wahrheit packt mich am Schopf
Hilfe, mir zappeln die Glieder
Ich steck in den Sand meinen Kopf.

Doch dann tauch ich auf
zerschlage den Dieb
Jetzt wird sich gerauft
ich erlange den Sieg.

Ich hol sie mir wieder
und singe fein Lieder
das Leben, ich hab es gepackt.

Vom Müll umhüllt
von Arbeit umschlungen
-
von Erwartung ertappt
vor andern erschlafft.

Nun stehts wieder wie eine Wand
und hält mir vor
ich hätte nichts getan.

Doch es bleibt dabei:
ich lebe frei.

S.T.M.

Sunday, August 30, 2009

Stilübung Obst

Nein, der Monat August, der beinahe mit zwei verhältnismäßig bitterkalten Tagen enden würde, watete* sein so wichtiger 31. nicht mit besserem Wetter auf - das wurde zumindestens vorrausgesagt- endet nicht ohne einen Blogeintrag.
Der folgende Text fällt unter die Kathegorie "Stilübung", welche wir in unserem Deutschkurs veranstalten, dieses erste Mal mit der Aufgabe, ein Obst zu beschreiben.
Zufrieden bin ich nicht, aber ich muss den Text ja auch nicht lesen.

" In der Hand halte ich eine pralle, feste Frucht, über deren unebene Schale meine Finger fahren. Sie ist nicht glatt, doch auch nicht kantig und umschließt die ganze ovale Form .
Die kalte Schale lässt sich mit dem Messer durchschneiden, was sich nach einem kurzen Ansägen wie das Schneiden einer rohen Kartoffel anfühlt,
jedoch nur für einen Moment,dann geht die starke Schale in eine dünnere, weiße Schicht über, welche das Fruchtfleisch umgibt.
Längliche Kammern ziehen sich dann zur Mitte, wie eine Blume, die lauter kleine Wassersäckchen enthalten. An der Schnittstelle perlt der Saft aus den Poren, und überrascht auf meiner Zunge mit beißender, saurer Frische.
Die einzelnen, trübgefärbten Tropfen bilden gemeinsam ein leuchtendes Hell, das an die freundliche Morgensonne erinnert, welche sich am Mittag als unerträglich heiß entpuppt.
In meine halb verschnupfte Nase dringt wohl nur die Hälfte des spritzigen Geruchs, der den wahren Kern der Frucht verrät.

* Wird aufwa(r)ten mit oder ohne r geschrieben?

Tuesday, June 30, 2009

Biologiehausaufgaben

Das ist aber eine kleine Schrift auf dieser Kopie, die da vor mir liegt.
Die vielen Zeichnungen allerdings lassen den Schock wieder abklingen, auch wenn mir deren Bedeutung wie ein einziges böhmisches Dorf erscheint - in dem man spanisch spricht.
Aber, wenn ich ersteinmal, denke ich, also zunächst, wenn ich einmal begönne, dann
wird das schon. hä-chm:

Aerober Abbau von Glucose - die Glycolyse.
Ja, das hab ich schon mal gehört -fein.
Ich hänge lesend Wort an Wort, um die Struktur der Sätze besser nachvollziehen zu können, reihe Buchstabe an Buchstabe, um mir bekannte von mir fremden Wörtern zu filtern. Der Kontext, so lernt man in fremdsprachlichen Fächern, der Kontext ist wichtig, aus ihm lässt sich vieles erschließen.
Ich lese von Kohlenhydraten, die sich abbauen lassen, im Cytoplasma, in der Zelle.
Von Zucker und Fetten. Stoffwechsel und Monosaccharide, Chitin und Pyruvat, Phosphofructokinasen und andere Asiaten drehen sich im Kreis.
Ich öffne den Mund und hole Luft. Hhhh-hu.
Immerhin habe ich ja neben der Ethymologie des Wortes " Glycolyse" weiterhin nachvollziehen können, dass diese ganze Chose also offenbar den -
auf ganz natürliche Weise ablaufenden - Vorgang dessen, und den Weg des Vorganges beschreibt, durch, beziehungsweise, auf dem, Kohlenhydrate abgebaut werden.
Wobei zu beachten ist, und für den gesunden Ablauf dieser Aktion von besonderer Wichtigkeit, dass die Hexose Glucose im Cytoplasma der Zelle sich in Triose-Moleküle hinumwandelt.
Außerdem scheint die fundamentale Grundlage des in der Zelle vorherrschenden pH - Wetes und die Dissozierung, weswegen Pyruvat einer Menge ATP und NADH + Hplus
nicht zu übersehen werden dürfen. Die Phosphorylierung wird energetisch unterstützt durch abfallende, interzyklische Redoxreaktionen und ernergiereichr, Glycose-6-phosphat ist daher in zweierlei Hinsicht im Gegensatz zu Glucose in seiner reinen Form
unter Verbrauch von ATP zu Fructose-6-phosphat umgebracht worden. Die Glucose in diesem Vorgang - oder anders, dieser Vorgang seiner selbst, wiederholt sich , wenn in der folgenenden Reaktion zu 3-Phosphatglycerat die Phosphatgruppe, auf ADP übertragen, sich endergonisch freisetzt, wobei sich ATP bildet und wenn außerdem die Umwandlung von Glycerinaldehyd-3-phosphat in 1,3-Bisphosphoglycerat, sowie NADH + Hplus bei schwül warmem Wetter sich zu Phosphofructokinase und Fructose-1,6-bisphophat aus katalysiertem Fructose-6-phosphat, phatal täten zusammen schließen, schössen, kinasen, Nasen, von armeslige Schüler ab.