Saturday, October 20, 2007

ein Herbsttag

Man sollte immer wissen, dass sich jegliche geplanten Ereignisse jederzeit ändern können. Man kann alles genauestens vorbereiten und planen und dann sieht man sich plötzlich in der Lage, dass man umdenken muss.
So war es bei mir, als am Samstagabend vor meiner geplanten Abreise mein Schwein krank wurde, zusaätzlich zu dem Schwein, welches nach seiner OP noch zusätzlicher Pflege bedurfte. Wir sahen uns gezwungen am Sonntag die Tierklinik aufzusuchen, denn mit Castan(j)o sah es sehr schlimm aus.
Meine Reise verschob sich um zwei Tage nach hinten, sodass ich als alles dann doch wieder einigermaßen in Butter war am Dienstag losfuhr.
Allerdings nicht mit dem Zug sondern -aus Kostengründen- zu Fuß----
mit meinen Eltern im Auto. Sie nutzten die Gelegenheit und brachten bei Karsten noch einige Sachen vorbei.
Ich fuhr bald von Markus aus zu Karsten und Nini und verweilte dort einige Tage und fuhr zu Bea und Brian und verweilte dort einige Tage und am Mittwoch wieder zurück.
Das war eine sehr schöne Zeit.
-Nebenbei bemerkt: Karsten und ich sahen uns das Spiel gegen Irland an, und ich sah auch am Mittwoch die 0:3 Niederlage gegen die Tschechen! Ich werde auch dieses Spiel nicht verleugnen, so sehr ich auch bei jedem Tor tiefer in den Boden sank-.
Wieder daheim angekommen wurde mir sehr schnell klar, dass während meiner Abwesehnheit seehr viele Blätter vom schönen Kirschbaum gefallen waren, nicht, dass er sich schon lichtete, es hängt immer noch jede Menge.
Aber es war wohl Herbst, und dazu ein sehr kalter.
Am Freitag machte ich mich daran mir einen kleinen Überblick
über die englische Grammatik zu verschaffen, man kann ja nicht ganz unvorbereitet in so eine MontagmorgennachdenFerienArbeit gehen.
Und während ich sehr lustlos und fern von jeglicher Motivation dieser Pflicht gehorchte, hörte ich ein alt vertrautes Geräusch.
Dieses Geräusch klang von draußen an meine Ohren und es war eines, welches jedes Jahr zu hören und immer wieder neu zu entdecken und zu genießen war, und einen außerdem jedes Jahr an das vorherige erinnerte, indem es einem flüsterte, dass es wieder kälter wurde.
Ich öffnete die Balkontür und trat an die frische Luft. Das Geräusch wurde lauter und klar, ich blickte gen Himmel und fand nach kurzem Suchen den großen, beeindruckenden Schwarm von Wildgänsen, deren Weg sie jedes Jahr erneut über unsere Stadt führt.
Ich liebe dieses herbstliche Spektakel.
Und heute, wieder ein Herbsttag:
An Herbsttagen verringern sich, wie ich unwillig festgestellt habe, unsere tagtäglichen Pflichten, die Schule, oder gar die Arbeit betreffend, keineswegs.
Es ist nicht wie zu Zeiten Jane Austens - deren Roman "Anne Elliot oder die Kunst der Überredung (Persuasion)" ich gerade zu lesen begonnen habe, als man sich im Herbst in eine große Stadt aufmachte, um dort sein winterliches Vergnügen zu finden, sondern es ist wie an all den anderen Tagen auch.
Ich jedoch hatte heute das Glück mich mit Leichtigkeit meiner schülerlichen
Pflicht zu entziehen, indem ich mich daran machte das gefallene, den Winter ankündigende Laub zu harken.
Dies ist eine Aufgabe, an die ich seit einiger Zeit -man könnte sagen,
im Vergleich zu manch anderer Arbeit,- recht freudig heran gehe.
Worin allerdings der Nachteil gegenüber zum Beispiel des Lernens liegt, ist der, dass man bei Letzterem nach einem halben Stündchen -auch mit dem sicheren Wissen, dass dies in keinem Falle der Wahrheit entspricht- getrost sagen kann:
"Nun reicht es, mein Lottchen, Du hast genug gelernt, wir können jetzt alles einwandfrei!",
wohingegen man beim Laubharken nach einem halben Stündchen deutlich sieht, was erreicht ist und was nicht.
Ich holte mir, ob der Kälte, Arbeitshandschuhe und die Harke (ich finde dieses Wort einfach schöner als den "Rechen", auch wenn es sich in diesem Text wiederholen muss) und begann, nachdem ich die Schweine mit Gras versorgte- das lassen sie sich einfach nicht versagen- mit der Arbeit.
Ich genoss es bisweilen.
Allerdings wurde mir bald klar, dass man die meiste Zeit wohl mit der für den Ausführer lästigen und ärgerlichen Arbeit zubringt, die liebevoll zusammengeharkten Laubhaufen ihrer majestätischen Form zu berauben indem man sich dazu gezwunden sieht das Laub in einen großen, gelben,
zementverklebten Eimer zu stopfen und- was noch viel schlimmer zu sein scheint- die eine, sich listig davongestohlene, Hälfte der Blätter erneut zusammen zu harken und wiederum in den besagten Eimer zu tun.
Nach einiger Zeit, gestehe ich, hatte ich nicht mehr soviel Spaß an der Arbeit, aber aus den beiden zwischenzeitlich auftauchenden Zugvogelschwärmen schöpfte ich Begeisterung und neue Kraft.
Nach einer Stunde hatte ich den Garten einem groß Teil des Blattwerkes entledigt, und dass ich jedoch noch lange nicht alles entfernt hatte schüchterte mich daher nicht ein, weil in Tonne sowei in Zinkwanne kaum mehr hineingepasst hätte.


PS.: Entschuldigt bitte die große Anzahl an Spiegelstrichen.

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