Thursday, December 07, 2006

Die moderne Technik

Liebe Freunde,
heute ist ein sehr, seehr stürmischer und grauer Wintertag und ich sehe mich in der Lage euch mitteilen zu können/dürfen, dass ich mich seit gestern abend eine stolze Besitzerin eines MP3 Players nennen darf.
Das ganze kam so: Mama und ich waren einkaufen, an einem lange nicht so windigen Tage, wie wir ihn heute haben. Das war im Edeka.
Unter vielen verschiedenen eingekauften Lebensmitteln und anderen Waren fand sich eine HNA (hesisch-niedrsächsische -Allgemeine)
Als wir bezahlt hatten, wie es gute, deutsche Bürger zu tun pflegen, und wir das Geschäft verlassen wollten, rief eine Frau, versteckt hinter einem schön altertümlichen Stand, welcher überfüllt mit Zeitungen war, uns zu :
"Guten Tag! Möchten sie eine HNA, die gibt es heute umsonst!?"
Meine Mama erklärte ihr, dass wir bereits eine käuflich erwoben hatten, doch hätten wir SIE früher kennen gelernt, so hätten wir natürlich eine von ihren Zeitungen genommen!
Obwohl wir nun schon ein Exemplar besaßen, verließen wir das Geschäft noch nicht.
Das ging auch gar nicht. Nämlich die Frau wollte wissen, ob wir denn ein Abo hätten. Nein, wir hätten keines, denn sonst hätten wir ja keine Zeitung gekauft.
Ja, das leuchte ein.
die Dame erklärte uns nun verschiedene Arten von Abos, woraufhin sie uns ein Prospekt reicht.
Mama hatte nun einen Zettel ausgefüllt, und wir sollten die HNA zwei Wochen lang, kostenlos auf Probe bekommen.
Fröhlich verließ ich nun unser Stammlokal- Entschuldigung- Geschäft, unser Stammgeschäft, da in mir die stille Hoffnung heranwuchs, die Eltern würden womöglich nach eineinhalb Jahren Pause wieder die Zeitung abbonieren, womit ich in der Klasse nicht mehr die Einzige ohne eine solche Tägliche wäre, und mir die Last des "in-den-Tonnen-der-Nachbarn-Wühlenden-und -in-Ermangelung-einer-eigenen-nach-alten-Zeitungen-derer-Suchenden" von den Schultern fallen würde.
Mama und ich fuhren also heim.

Einige Wochen später, was nun auch wieder ein bis zwei Wochen her ist, saßen meine Mama und ich am Küchentische.
Sie fragte mich: "Semira, Kind, möchtest du vielleicht einen M-P-3-Player haben?" Ich stellte ihr eine Gegenfrage, warum sie dies wissen wolle, ob es im Hinblick auf das Weihnachtsfeste sei, und dass ich zu diesem lieber Nüsse und Mandarinen haben wolle.
Sie sagte nein, und ich war zufrieden, denn ich wollte tatsächlich lieber andere Dinge.
Mein Gegenüber machte mir dann aber klar, dass ich mit meinen Vermutungen völlig falsch liege, es handele sich um etwas anderes.
Sie erklärte mir, dass sie und der Vater die HNA wieder abbonieren wollten und man in einem solchen Falle von der Zeitung eine Prämie bekäme.
"Kind,", sagte sie weiter: "Kind, und da haben wir uns gedacht, der Vati und ich, wenn wir einen MP3 Player nehmen würden, mit einem Kostenbeitrag von nur 15,-, könntest du den ja bezahlen, und dann hättest du mal einen eigenen, also deinen eigenen, deinen ganz EIgenen tragbaren Musikabspieler, gell?" Diese Idee fand ich sehr dufte, und so kam es, dass ich gestern abend von der Inga zurückkam und mich endlich in dem Besítz eines ganz eigenen MP3 Players sah.

Nun ist es ja so, dass ich von der modernen Technik im allgemeinen nicht sehr viel halte. ich mag keine Computer, denn für die gibt man Geld aus, dabei können sie eigentlich gar nicht wirklich etwas. Außerdem halten sie Kinder, die eigentlich an die frische Luft gehen sollten, davon ab ihre Hausaufgaben zu machen. Genau wie es das Fernsehgerät tut.
Ich mag auch keine Leute, die ihre in der Straßenbahn sitzenden Mitmenschen belästigen, mit lauter, schrecklicher Musik, die aus ihren MP3 Playern kommt!
Aber ich mag MP3 Player. Eigentlich nicht sehr, ich meine, die haben auch dieses Unheimliche an sich, dass sie Dinge wissen, die sie eigentlich gar nicht wissen dürften, zum Beispiel wissen sie, was gute Musik ist, ohne je ein Instrument erlernt zu haben! und ich bin froh, dass ich jetzt nicht schreibe, dieses sei fenomenal! Denn das ist es nicht. Es ist unmenschlich. Unmenschlich und unheimlich.
Trotz alle dem gebe ich nun, wenn auch nur sehr ungern, da es beinahe schon an der Grenze liegt, meinen Stolz zu verletzen, dass ein MP3 Player,
wirklich ein äußerst nützliches Gerät ist. (kein Gefährt-er kann und darf kein Gefährt sein!)er ist ein nützliches Gerät, weil er dazu dienen kann, einen aufzuheitern, während man nach Hause läuft- wenn man nebenher auf die Straße achtet!!!-, während man in der Bahn sitzt- wenn man nicht seine Mitmenschen belästigt!!, oder, während man auf dem Klo sitzt-wenn er nicht hinein fällt!.




10 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Aaaaha. Aber wieso kann und darf er kein Gefährt sein?

08 December, 2006 04:57  
Anonymous Anonymous said...

Weil man meiner Meinung nach möglichst keine engere Beziehung zu technischen Geräten haben sollte!
Zu Teddybären, ja, aber nicht zu technischem Gemurx.
Man kann sie ja gerne schätzen, aber es sollte im Denken immer eine gewisse Distanz zu ihnen bleiben!
Denn sie können einen veräppeln, sie können einem auch schlechte Laune machen, aber das dürfen sie nicht, denn so etwas denkt man nur, und sobald man es denkt, reift in einem der Gedanke oder das Gefühl, diese Maschinen könnten leben, aber das dürfen sie nicht.
Nein, sie TUN es nicht, denn wenn sie es dürften/nicht dürften, hieße das ja, es ginge, aber es ist ja nicht möglich!

Frage beantwortet?

08 December, 2006 11:01  
Blogger Karsten Matthias said...

juhuuu!

08 December, 2006 15:03  
Anonymous Anonymous said...

Wie, Karsten, wie meinst du das?
Ich meine, ich will nur sicher gehen, dass ich dich richtig verstehe.

09 December, 2006 08:54  
Anonymous Anonymous said...

PS.: entschuldige mich für den Haufen R-Fehler, habe ihn jetzt hoffentlich weitesgehend behoben! (ich war sehr müde, als ichs geschrieben hab)

09 December, 2006 08:58  
Anonymous Anonymous said...

Hallo Cousinchen! Wie immer begeistern mich deine ausführungen über die moderne Technik. ;) Ich beglückwünsche dich überdies zu der neuerdings abonierten Zeitung! Viel Spaß damit, wobei ich mir, in der HNA, immer nur den Sportteil zu gemüte führte!
Darf mein Auto eigentlich mein Gefährte sein?

10 December, 2006 03:19  
Blogger MirüüÜ said...

Hi Mira,
Schonmal daran gedacht, Journalistin zu werden? Das wär doch der perfekte Job für dich:

Erstens hast du den coolsten Schreibstil, den ich überhaupt je erlebt / gesehn / gelesen hab.

Zweitens könntest du damit erreichen, dass dein Cousin mehr als nur den Sportteil liest :D

Und drittens könntest du dumme kleine Schüler ihr Praktikum bei dir machen lassen, das wär bestümmt besser als Reisebüro :D

höhö, überzeugt?
hdgggdlieb,
Miri

10 December, 2006 05:56  
Anonymous Anonymous said...

@miri:
nene du, ich weiß nich, Journalisten mag ich eigentlich nicht!
Außerdem muss man da ja normal schreiben, ich meine, so wies war, wie heißt denn das noch gleich, äää... wertneutral oder so, so ganz ohne Übertreibung, und parteiisch darf man auch nich sein! Das wär dann doch nix für mich.
Wer sagt denn außerdem, dass ich mal Praktikanten haben möchte, und wer, dass Praktikum im Reisebüro blöd ist!!!??
Also so ganze überzegt hast du mich wohl doch nicht, tut mir leid .
Aber es ist wohl besser so.

@Benni: Die Zeitung haben ja meine Eltern abboniert, nicht ich, gell.

Und das mit dem Auto....
jaaa, das ist natürlich auch so ne Frage. Hm.
Also eigentlich, ist auch dieses ein technisches Gerät, das uns dazu neigen lässt, der Faulheit zu unterliegen.
Ich würde sagen, es gilt hier das selbe, wie für den MP3 Player:
schätzen ja, lieben nein, und nicht zu vergessen, im Denken immer eine gewisse Distant wahren,
also, so als Gefährt, vielleicht am Wochenende.
Man könnte es auch unter der Woche benutzen, und am Wochenende die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
Oder eine Pferdekutsche. Das wäre natürlich noch besser. Wennn man die Pferde pflegt.
.....wie du siehst ein sehr schwieriges und verzwicktes Thema!....sehr.

10 December, 2006 08:08  
Blogger Karsten Matthias said...

ich meins einfach nur ganz ehrlich, so von ganz tief innen!

10 December, 2006 14:16  
Anonymous Anonymous said...

Nochmal aaaaha. Obwohl, dieses mal eher ahaaa.
Denn nun wurde mir grad bewusst, dass des Moni einen Gefährten meint und nicht ein Gefährt, wie ich es in meinem Kopf drin verstanden habe.
Ich dachte so an Flugzeug, Auto, Fahrrad, Roller,... und dann "hääh? wie passt denn da der MP3-Player rein?" Fänd ich halt aber gar nicht schlecht son MP3-Player mit Rädern und Lenker und so, ne.
Wiederschauen!

12 December, 2006 07:02  

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